Meditation für die DVGH – Ittenbach 2016-02

 

 ICH BIN die Auferstehung und das Leben“  (Joh 11,25)

Christus sagt diese Worte bei der Auferweckung des toten Lazarus zu Marta
Bestimmt waren auch seine Jünger dabei – aber konnten sie diese Worte fassen? – ich glaube nicht -
auch dann nicht, als Lazarus wirklich von den Toten auferstand –
auch dann noch nicht, als Jesus selbst von den Toten auferstand
auch dann noch nicht, als die Engel zu den Frauen sprachen>
„Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten“
auch dann noch nicht, als sie sich in den Abendmahlssaal einsperrten
und ER durch die verschlossene Tür zu ihnen kam
auch dann noch nicht, als 2 von Ihnen zurück nach Emmaus gingen und ER sogar mit ihnen ging – ihre Augen und ihr Herz waren wie verschlossen – sie haben nicht verstanden

Ich frage mich - warum haben sie nicht verstanden? –
ich denke - ihr ganzes Verhalten war nach dieser für sie unglaublichen Auferstehung von Angst geprägt - Angst macht verschlossen (Abendmahlssaal) – sperrt ein – macht ungläubig –
Glaube und Angst gehen nicht zusammen –

Wer oder was kann von Glaubensangst befreien? –
ich denke - der Geist JESU – der HEILIGE GEIST –
ER wäre in der Lage dazu
der gleiche HEILIGE GEIST, der Jesus half im Garten Gethsemane seine Todesangst zu überwinden –
der IHM half, das Kreuz auf sich zu nehmen, aus Liebe zu uns Menschen –
der IHM half, über SICH selbst hinauszuwachsen – (DEIN Wille geschehe )
der IHM half, auf SEINE eigenen Worte zu vertrauen > (ICH BIN die Auferstehung)
der HEILIGE GEIST spricht eine Sprache, die die Angst vertreibt
(Pfingsten - Apostel treten vors Volk)
der Hl. Geist spricht zu mir in meiner Muttersprache –
eine Sprache, die mir hilft, auch unmögliches zu verstehen

ICH BIN die Auferstehung und das Leben“

Soweit Jesus damals

Und - Wie geht es uns heute? – können wir eine Brücke schlagen von damals zu heute – zu uns selbst?

Können wir heute SEINE Worte fassen? >


ICH BIN die Auferstehung und das Leben –

wer an MICH glaubt wird leben“  

Würden wir heute den Engeln glauben? - wenn sie zu uns sagen >
„Was sucht ihr den LEBENDEN bei den Toten“ 
(Luk. 24,5)
suchen wir IHN wirklich bei den Lebenden?
oder doch noch in irgendeinem Himmel? - 
an der rechten Seite GOTTES? –
wo ist heute die Rechte Seite? Ist sie nicht da, wo CHRISTUS lebt! –
suche ich den Lebenden wirklich bei den Lebenden? –
-  in der Welt? - in mir?

Würde ich IHM heute glauben, wenn ER zu mir sagt >

ICH BIN auferstanden - und ICH lebe – glaube an MICH und auch du wirst leben - so wie ICH“

So Auferstanden Leben wie ER.

Traue ich mich das? – würde ich mir das zutrauen?

Kann ich mich soweit von mir selbst befreien – von meinen Ängsten? – von meinen Vorbehalten? – von meinem engen Denken

Der große Stein ist weg – jede Beschränkung ist aufgehoben –

Der Tod ist hinter sich gelassen – das Leben steht offen –

Der Lebende ist bei den Lebenden!

Es gilt, etwas völlig Neuem Platz zu machen – den eigenen Stein wegzuwälzen – die eigene Beschränkung zu öffnen –
an den engen Grenzen meiner eigenen Vorstellung zu rütteln
es gilt, das Herz weit zumachen für IHN – dass ER eintreten kann -
dass ER in mir Auferstehen kann

Eigentlich sind seine Worte ganz eindeutig – ich denke mir >
Christus hat mit dieser Aussage Auferstehung und Leben
untrennbar miteinander verbunden –
ER hat SICH und uns Menschen untrennbar miteinander verbunden –
die große Voraussetzung ist allerdings > ich glaube an ihn – an SEINE Worte und an SEINE Taten – vor und nach SEINER Auferstehung

 

Ich bin mir sicher, dass GOTT weder an Raum noch an Zeit gebunden ist, darum geschieht Auferstehung auch im Jetzt – oder gerade im Jetzt –
in GOTTES allgegenwärtigem Jetzt.

GOTT geschieht im JETZT – in mir

Wie kann ich selbst teilhaben an dieser allgegenwärtigen Auferstehung?

Ja, ich muss meine altbekannten Wege verlassen, mein altes enges Denken überwinden – ich muss mich auf Neuland vorwagen und das Abenteuer wagen

Ich muss denken, was ich noch nie gewagt habe zu denken -
und den Mut aufbringen dann auch so zu handeln

ich will IHN direkt ins Leben mit einbeziehen –

IHN, den LEBENDEN - ich will so denken und handeln wie ER –
vor und nach SEINER Auferstehung

ich muss selbst wie Jesus, wie ein Christus werden

nicht einer, der den Tod vor Augen hat, sondern das Leben,

das Leben mit IHM – wie neu Leben, durch IHN -

so gut ich es halt als Mensch vermag –
so, wie meine Talente angelegt sind, so wie sie in mir gewachsen sind

Es ist dieses neue Denken, dieses neue Bewusst-Sein, das es CHRISTUS erst möglich macht, in mir zu leben, in mir SEINE Auferstehung zu vollbringen und SEINEN Geist in mir zu gebären.

Diese Einsicht muss aus der Gewissheit heraus kommen, dass CHRISTUS in mir lebt, und dass ER auch in mir Auferstehen will -
dass Er in mir auferstanden Leben will –
ja sogar, dass ER durch mich auferstanden leben will
ER hat nur meine Hände – ER hat nur mich – ER meint mich persönlich ich bin gemeint – sonst niemand

ER braucht meine Zustimmung zu meinem „CHRISTUS-SEIN“
damit SEINE „Auferstehung-in-mir“ erst geschehen kann -
damit ich sie leben kann

Selbst ein „Lebender“ zu werden –

nicht Christus Jesus –

sondern ein Mensch, in dem CHRISTUS lebt

ES ist ein Auferstehen in eine neue Form des Lebens

ER ist wegen mir auferstanden -
was nützt eine Auferstehung in den Himmel –
wenn ER nicht in mir auferstehen kann -
da bleibt in dieser Welt Alles beim Alten

 „Auferstanden-Leben“ heißt für mich dies >
mit IHM im Herzen durchs Leben gehen –
da ist auch der VATER in mir – weil CHRISTUS EINS mit dem VATER ist – und auch SEIN Geist begleitet mich –
die Alles-Erschaffende, die Alles-Lenkende, die Alles-Schenkende, die Alles-Heilende ODEM-Kraft
des All-gegenwärtigen, in ALLEM-innewohndenen HEILIGEN GEISTES- ist auch in mir

Das Neue wagen – hat sehr viel mit diesem neuen Geist zu tun –

Der gleiche Geist, der CHRISTUS auferweckt hat, weckt auch mich auf.

Ein neues Bewusst-Sein zulassen –
ist wie Auferstehung

Ein Bewusst-Sein, das weit über meinem alten Kleinen-Ich steht,
ein Bewusst-Sein, das sich traut, alle Dinge so zu sehen, wie sie vermutlich der GOTT – der CHRISTUS in mir – für mich sieht.

Diese Botschaft vom LEBENDEN ist für mich der klarste, einfachste und eindeutigste Hinweis an meinen Glauben, auf den Sinn meines Lebens, auf den Sinn von Christus, und damit auch auf GOTT.

Der LEBENDE gibt meinem Leben und meinem Glauben eine neue Dimension. Glaube und Vertrauen gehören zusammen –
wie Auferstehung und Leben.

Ich wünsche uns allen, dass wir in aller Demut hineinwachsen in diese neue Dimension eines „auferstandenen Glaubens“

 

Fritz Keller